BLOGBEITRAG

16 | 04 | 2009

Gum-Do und Hapki-Do

Geschrieben von

Gum Do

Gum Do – Die Kunst das Schwert zu führen. Da Hapki-Do ein umfassendes Kampfkunstsystem darstellt, wird auch innerhalb der Ausbildung neben allen anderen Waffentechniken wie z.B. Chang Bong (der Langstock) die Handhabung des Schwertes (GUM) gelehrt- und stellt an den Einzelnen hohe Ansprüche hinsichtlich seines Charakters, seiner Beweglichkeit, Kraft und Durchhaltevermögen. Das koreanische Schwert ist das Ergebnis einer langen koreanischen Kriegstradition, die auch noch heute seine Anhänger findet. Gum-Do ist demnach eine koreanische Kampfkunst >ähnlich dem japanischen Kendo<, die sich gerade in der heutigen Zeit, durch einer wachsenden Beliebtheit auszeichnet.

Doch um die Schwertkunst völlig zu verstehen, muß man folgendes wissen:

  • Vollendete Schwertkunst besteht aus zwei Komponenten: technischer Sicherheit & geistiger Erkenntnis. Beide müssen eine völlige Einheit bilden, denn sie sind unabdingbar voneinander abhängig.
  • Die geistige Erkenntnis äußert sich in der Natürlichkeit des Herzens und der positiven Gedanken.Der Schwertführer hat ohne jegliche Irritation durch Gefühle oder Absichten spontan der jeweiligen Situation zu entsprechen. Die Reaktion muß so unmittelbar erfolgen, wie ein Spiegel ein Bild reflektiert- sie darf nicht an der Situation haften.
  • Diese absolute Offenheit gegenüber der Situation ist nur dann erreichbar, wenn die einzelnen Komponenten der psychischen – physischen Konstitution (Prinzip – Fluidum/Herz), sich ohne Einschränkung entfalten können. Durch ein ausgiebiges Training kann man auf die Komponente Einfluß nehmen.
  • Vollendete Schwertkunst durch technische Sicherheit und geistiger Vollendung in beschriebenem Sinn ist jedoch ein Wert in sich. Sie muß im Einklang mit dem ethischen Grundprinzipien der Menschlichkeit, Sittlichkeit und Loyalität gegenüber dem Schwertmeister ausgeübt werden.

Es ist im allgemeinen die Aufgabe der Schwertkunst, in erster Linie eine körperlichen Gewandtheit im Umgang mit dem Schwert zu erzielen. Besitzt man schließlich die körperliche Voraussetzung, weiß man sich auch wechselnden Situationen anzupassen.. Man verläßt sich auf die Beweglichkeit des Körpers, des Geistes, paßt sich der Ruhe oder der Bewegung bestimmter Situationen an. Man erkennt bei sich und dem Gegner Stärken & Schwächen, lenkt seine Empfindungen in die richtige Bahnen, um folgerichtig entsprechend reagieren zu können.

Wenn auch das Schwert im Ursprung dem Zweck des Tötens diente, so ist es dennoch in erster Linie ein Mittel, sein eigenes ICH zu finden und zu stärken. Das Schwert führen zu können ist auch ein Kampf mit sich selbst, seiner wechselnden Gefühlsspannung und der Einhaltung von Disziplin Konzentration und Respekt gegenüber anderen. Das Herz eines Schwertkämpfers ist wie ein Spiegel, oder ein ruhendes Wasser. Doch im Wechsel von Um & Yang jeder Zeit bereit blitzartig sein Schwert als tödliche Waffe einzusetzen.

Der Kampf mit dem Schwert war für jeden Schwertkämpfer der damaligen Zeit stets eine Endscheidung auf Leben und Tod. Er mußte das Schwert ohne jegliche Furcht vor dem Tod führen können, um so seine eigene psychische Schwäche und damit auch den Gegner besiegen zu können.

Ein wesentlicher Punkt war dabei, dass der körperliche Angriff vom geistigen Angriffswillen getragen wurde. Heute gibt es viele Millionen Anhänger der Schwertkunst, vorallem in Japan, wo das Kendo eine lange Tradition hat und auch an den Universitäten gelehrt wird.

Durch das Fehlen echter Meister dieser alten Kampfkunst in Europa, ist es jedoch sehr schwierig, diese Kampfkunst von grundauf korrekt zu erlernen. Heute haben viele der sogenannten Meister den Kern der Schwertkunst und seiner Lehren aus den Augen verloren- unterrichten diese Kunst in fragwürdigen, hochgestochenen, exzentrischen Lehrmethoden. Doch mit der wahren Kunst das Schwert zu führen, haben sie nichts zu tun. Die Lernenden übernehmen die Irrtümer ihrer Lehrer und unterrichten auf dieser Grundlage dann ihre eigenen Schüler.

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